FINERO

Festgeld

Kurz parken oder lange anlegen?

Festgeld - auf kurz oder lang?

Als eine der beliebtesten Anlageformen deutscher Sparer erfreut sich das Festgeld eines Rufs einer sicheren Geldanlage - und doch ist die Eröffnung eines Festgeldkontos letztendlich eine Art Wette. Eine Wette gegen den Marktzins. Sinken die Zinsen, liegt man mit Festgeld richtig. Steigen die Zinsen jedoch, bindet die lange Laufzeit das Kapital zu alles andere als optimalen Konditionen.


Festgeld-Konditionen

Festgeld, auch unter der Bezeichnung Termingeld bekannt, ist eines der einfachsten Finanzprodukte, das Privatanlegern von den Banken angeboten wird. Eine feste Geldsumme wird für einen genau bestimmten Zeitraum angelegt, nach dessen Ablauf das Kreditinstitut die angelegte Summe plus einen bereits zum Zeitpunkt des Abschlusses festgelegten Zinsertrag wieder an den Anleger ausschüttet. Im Grunde müssen lediglich drei verschiedene Größen betrachtet werden: die Anlagesumme, die Anlagedauer und der Zinssatz. Die Anlagesumme beträgt normalerweise nicht weniger als 5.000 Euro; nur vereinzelte Banken verlangen niedrigere Mindestanlagebeträge. Die Verzinsung des Festgeldkontos ist grundsätzlich nicht von der Anlagesumme abhängig, allerdings setzen viele Banken ein Limit für den maximal anzulegenden Geldbetrag. In Extremfällen liegt der maximale Anlagebetrag schon bei 5.000 Euro, andere Banken setzen das Limit im Bereich 100.000 Euro, was für den weitaus größten Teil ihrer Kunden ausreichend sein dürfte.


Zinssatz und Laufzeit

Im Gegensatz zur Anlagesumme wirkt sich die Anlagedauer unmittelbar auf den Zinssatz aus. Nicht alle Banken bieten hinsichtlich der Laufzeit eine große Auswahl, üblich jedoch ist die Wahlmöglichkeit zwischen einem Monat, drei Monaten, sechs Monaten und einem Jahr. Einige Banken begrenzen die Anlagedauer auf ein Jahr, längere Laufzeiten sind jedoch nicht unüblich. Mehr als zehn Jahre bietet jedoch praktisch keine Bank. Von einem Monat hin zu einem Jahr steigt die Verzinsung von Festgeldanlagen bei allen Banken kontinuierlich an. Einige Banken lassen ihre Zinsen auch bei längeren Laufzeiten weiter steigen, bei manchen ist jedoch das Maximum bereits beim ein- beziehungsweise zweijährigen Festgeld erreicht. Zu erklären ist dieses sehr uneinheitliche Zinsverhalten der Banken damit, dass es zwei verschiedene Risikomodelle gibt: Die Banken mit hohen einjährigen Zinsen wollen zwar auch möglichst lange mit dem Geld ihrer Kunden arbeiten - was die deutlich niedrigeren Zinsen bei Anlagezeiträumen von weniger als 12 Monaten erklärt - andererseits aber nicht das Risiko eingehen, über mehrere Jahre hinweg Zinsen bezahlen zu müssen, die deutlich über dem Marktzins liegen – daher die sinkenden Zinssätze bei mehrjährigem Festgeld. Diejenigen Banken, die konstant steigende Zinsen bieten, schätzen das Risiko sinkender Zinsen demgegenüber eher gering ein und wollen ihre Kunden möglichst lange an sich binden. Jedoch dürfte auch für die meisten Anleger das einjährige Festgeld in der Regel am attraktivsten sein, bietet es doch eine gute Kombination von Zinsertrag und Laufzeit.


Augen auf beim Abschluss eines Festgeldkontos

Obwohl Festgeldkonten sehr einfache Produkte sind, sollte man dennoch auf zwei Dinge achten. Eine vorzeitige Kündigung des Festgeldkontos ist bei den meisten Banken wenn überhaupt, dann nur unter Verlust des gesamten Zinsertrags. Ein Detail vieler Verträge erweist sich zudem gerne als Stolperfalle: Wenn nichts Anderes vereinbart ist, wird der angelegte Betrag nach Ablauf des Vertrags automatisch neu angelegt. Dieses sogenannte Prolongieren ist oftmals nicht im Interesse des Bankkunden, da einige Bank das Geld zu einem sehr niedrigen Zins anlegen. Aus diesem Grund sollte man früh genug ein Auszahlungskonto benennen, bzw. von vornherein einer Prolongation widersprechen. Wie auch beim Tagesgeld sollte man darüber hinaus auch immer auf die Einlagensicherung achten, beziehungsweise nicht mehr Geld bei einer Bank anlegen, als durch deren Einlagensicherung gedeckt ist.